Interviews
Interview November 08
Max, auf deinem neuen Album singst du statt deutsch wieder auf englisch, wie auch auf deinem Debüt. Gehst du mit „Black Forest“ zurück zum Soul, zu deinen Wurzeln?
Ganz genau. Ich hätte das Album auch „Back To The Roots“ nennen können. Ich habe schon als Kind die Platten von meinem Vater gehört – Siebziger-Jahre-Soul, aber auch Johnny Guitar Watson und Miles Davis. Als ich mit Stefan Raab zusammen gearbeitet habe, habe ich mich auf andere Art ausprobiert. Doch jetzt ist alles neu: Management, Plattenfirma, Band, Produzenten. Das neue Team hat mich extrem inspiriert, ich war selten so euphorisiert wie diesmal.
Wusstest du von Anfang an, wo die Reise hingeht?
Nein. Ich hatte ja nicht einmal eine Plattenfirma mehr. Da fragt man sich schon, wer vertraut dir heutzutage noch das Geld an, um so eine Produktion zu stemmen? Wenn ich das Album heute höre, habe ich mir die Frage
mittlerweile aber sehr zufrieden stellend beantwortet.
Deine Stimme kam erstaunlicherweise bei den deutschen Texten nicht gut zur Geltung. Woran lag’s?
Ich glaube, dass man andere Vokale und Konsonanten bildet, wenn man englisch beziehungsweise deutsch spricht. Man formt die Worte anders, die Phonetik ist eine ganz andere. Die Resonanz im Körper und im Mundraum bei beiden Sprachen ist völlig different. Deswegen habe ich eine ganz andere Stimme, wenn ich deutsch singe. Ich schaffe es nicht, den englischen Sound auf deutsche Texte zu bringen.
War das zweite Album rückblickend ein Kompromiss?
Nein, überhaupt nicht. Beim ersten Album wurde mir vorgeworfen, das man Stefan Raabs Produktion überdeutlich heraushören würde. Das wollte ich auf dem zweiten Album anders machen. Bis heute finde ich, dass durch die Jazz-Einflüsse das Album eine Weiterentwicklung war. Vielleicht ein bisschen zu sehr vom Mainstream weg, hin zu Musik wie Jamie Cullum. Das war rückblickend vielleicht der einzige Fehler, den ich gemacht habe.
Du sitzt bis heute bei Project Five, deiner ersten Band, am Schlagzeug. Ist das ein Ausgleich für dich, wie beispielsweise für Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims?
Das kann sehr gut sein. Unsere Band hat sich erst in den letzten Jahren ziemlich entwickelt. Ich habe mit 14 Jahren angefangen, mit den Jungs Musik zu machen. Da auch mein Bruder dabei ist, dadurch habe ich das Gefühl, ich würde nach Hause kommen. Ich denke, dass die Söhne Mannheims um einiges professioneller sind als wir. Aber die Band ist Heimat – mein Rückzugsgebiet. Genau wie der Schwarzwald. Ich brauche die Gegend hier für meinen Ausgleich. Alle meine Freunde, meine Familie lebt hier. Und ich bin extremer Familienmensch.
Interview: Stéfan P. Dressel
